Ordo ab chao – ‹Ordnung aus Chaos›: diese dem Freimaurertum entstammende geheime Losung wandelt sich in den Regimen der Second Order Cybernetics zur Formel ‹Order from Noise‹. Der Text verfolgt die theoretischen Inventare der Kybernetik von Kanälen, Informationen und zyklischen Kausalitäten bis zu rekursiven Systemen, um aus ihnen Leben, Bewusstsein, Lernprozesse oder die Konstitution des Sozialen gleichermassen erklärbar zu machen. Auch wenn der Anspruch der Kybernetik als universales Paradigma heute verblasst ist, erscheint an ihr immer noch massgeblich, dass sie die Entstehung von Ordnung aus den immergleichen mathematischen Modellen darzustellen sucht und eine Art ‹Ontologie des Mathematischen› verficht. Was aber heisst es, wenn derart die Mathematik allein die Systeme der Gouvernementalität zu übernehmen scheint und nicht nur die Technik und ihre Apparate, sondern auch die Freiheit, das Utopische sowie die Politizität des Politischen überhaupt zu kontrollieren und zu steuern beginnt?
Denken heisst: Urteile fällen, Unterscheidungen treffen – jedenfalls nach geläufiger Auffassung. Dann scheint es «Denken» – bzw. den Ausdruck von Gedanken – nur in Bezug auf die Sprache, die Schrift oder den Text zu geben, nicht aber als ein Denken im Visuellen, als eine Denkform, die sich allein im Medium der Zeichnung, der Farbe, des Ikonischen ausdrückt und nichts Anderes zeigt als ein Bild, eine gerahmte Fläche, eine Serie von Linien oder die Dichte von Materialien, von Figur und Grund. Der Band versammelt Essays, die den gegenteiligen Beweis antreten und die Behauptung aufstellen, dass visuelles Denken sich in Modi des Zeigens, des Zum-Erscheinen-Bringens, der visuellen Paradoxie oder des gemalten Kontrastes, der Gegensetzung von Farben und ihren Spielen sowie des in eine Zeichnung eingezeichneten Kommentars auszudrücken vermag.
The Changing Face of Alterity | David J. Gunkel, Ciro Marcondes Filho, Dieter Mersch (eds.) [Gebundene Ausgabe]
CHF 226.80
The figure of the ‹other› is fundamental to the concept of communication. Online or offline, communication, which is commonly defined as the act of sending or imparting information to others, is only possible in the face of others. In fact, the reason we communicate is to interact with others—to talk to another, to share our thoughts and insights with them, or to respond to their needs and requests. No matter how it is structured or conceptualized, communication is involved with addressing the other and dealing with the ontological, epistemological, and ethical questions of otherness or alterity. But who or what can be other? Who or what can be the subject of communication? Is the other always and only another human? Or can the other in these communicative interactions be otherwise? This book is about others (and other kinds of others). It concerns the current position and status of the other in the face of technological innovations that can, in one way or another distort, mask, or even deface the other. Ten innovative essays, written by an international team of experts, individually and in collaboration with each other, seek to diagnose the current situation with otherness, devise innovative solutions to the questions of alterity, and provide insight for students, teachers and researchers trying to make sense of the opportunities and challenges of the 21st century.
238 pages, Rowman & Littlefield, 2016
ISBN 978-1-78348-869-8
Sinnliches Denken. Eisensteins exzentrische Methode | Elena Vogman
CHF 45.00
Sergej Eisensteins Bildtheorie und Filmpraxis sind aufs Engste miteinander verbunden. Aus beidem entwickelte er ein Theoriewerk: ein immer wieder neu montiertes work in progress, dessen epistemische Obsession im physiologischen Denkpotential des Kinos selbst gründete. Auf der Suche nach den Ursprüngen eines solchen »sinnlichen Denkens« des Kinos legte Eisenstein die Kulturgeschichte neu aus. 1929 plante der Regisseur ein »Buch in Form einer Kugel«.