Der Witz der Kunst | Mira Fliescher

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Modelle ästhetischen Denkens

Kunst und Witz teilen beide eine Reihe von überraschenden Eigenschaften, nicht nur die sprichwörtliche Verknappung, die wie die Ökonomie des Witzes auch oft jene der Kunst ausmacht. Oft sind es Dekontextuierungen, Bedeutungsvertauschungen, Paradoxa und Ungereimtheiten, Chiasmen und Widersprüche, die zu den bevorzugten Mitteln beider gehören. Und wie der Gehalt eines Witzes durch seine Analyse eskamotiert wird, so erdrosselt nicht selten die Interpretation die Kunst, das Werk, sein Ereignis, indem sie diese auf ihre Deutung festlegt. Kein Kunstwerk geht in seiner Hermeneutik auf, wie umgekehrt jede noch so detaillierte Entzifferung der Pointe eben den »Witz« der Sache tilgt.
In ihrem viel zu früh unterbrochenen Denken ging es Mira ­Fliescher stets darum, Kunst, ästhetisches Denken, gewitzte ­Inversion und Strenge der dekonstruktiven Arbeit aufeinander zu beziehen und im besten Sinne miteinander »ins Spiel zu bringen«. Die hier versammelten Texte zeugen von der außerordentlichen Kraft eines Denkens, dessen Grundnote das ­anstimmt, was die Welt heute vielleicht am Nötigsten hat: die Unendlichkeit einer kritischen Urteilskraft.

Reihe Denkt Kunst

208 Seiten, Diaphanes, 2019
ISBN 978-3-0-3580254-2

 

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Artikelnummer: 2019/8 Kategorien: , , , , Schlagwörter: ,

Beschreibung

Herausgegeben von Dieter Mersch, Julia Rintz und Thomas Morsch

ZHdK: Institut für Theorie (ITH)

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    208 Seiten (PDF), Diaphanes, 2019
    ISBN 978-3-0-3580254-2

     

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